Jahrgang 1978
Red Hat Certified Engineer

… ist, verstrickte Vorgänge zu entwirren, Probleme zu vereinfachen
und Dinge so zu erklären, dass jeder sie versteht. Ich bin gut darin,
den süßen Marketinghonig von Produkten zu streifen, auch wenn das häufig
ernüchternd heißt, festzustellen, dass alle mit dem gleichen Wasser kochen,
nur dass es bei einigen teurer und aufwendiger verpackt ist.
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich insbesondere mit der Software von Dan J. Bernstein, der als Antworten auf den am schwierigsten zu konfigurierenden Mailserver (sendmail), den frickeligsten DNS-Server (BIND) oder das überholteste Dienstemanagement (SysVinit) mit qmail, djbdns und den daemontools überraschend schlanke und überaus unixoide Lösungen geschaffen hat. Ich wage vorsichtig zu sagen, dass mir in der Arbeit mit diesen Tools so schnell keiner mehr was vormacht. Nebenbei bin ich bei uns der Spezialist für CentOS »allgemein«, Sicherheitsfragen, PHP unter FastCGI, Clustering mit Heartbeat und DRBD sowie Softwareentwicklung mit Perl und Catalyst.

… bin ich der, den man gemeinhin wohl »Chef« nennen würde.
Das ist natürlich etwas Augenwischerei: In einer Firma, die so klein ist
wie unsere, liegt auf der Hand, dass da kein Platz für große
Hierarchien ist. Ich bin eher Ratgeber als Boss, eher Organisator
als Bestimmer. Bei vier Leuten könnte ich das Boot ohnehin nur schwerlich in eine
Richtung steuern, in die meine Mitarbeiter (von denen ich eigentlich immer als »Kollegen« spreche)
nicht auch selbst wollten – und ich würde es auch nicht wollen.
Dass ich derjenige bin, der die Gehälter zahlt, heißt nicht, dass man mich nicht auch noch
gelegentlich im Unterboden des Rechenzentrums hantieren sieht.
Aber im Zweifel braucht es eben jemanden, der sagt: So machen wir’s jetzt.
Ich bin froh und auch ein wenig stolz darauf, diese Rolle für drei klasse Jungs übernehmen zu dürfen.

… gab es im Grunde keine Zeit, in der ich nicht mit dem Internet hantiert hätte.
Bereits während meiner Schulzeit und meines Zivildienstes habe ich bei
MEDIO!,
der Medienagentur der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, kräftig mitgeholfen,
die Website der Landeskirche aufzubauen – immerhin 1998.
In dieser Zeit habe ich auch mit einem Freund zusammen unter dem Label ecoteam erste Gehversuche im Gewerbe gemacht – vielleicht nicht übermäßig erfolgreich, aber durchaus lehrreich.
Eine klassische Ausbildung habe ich nicht, und sie fehlt mir auch nicht. Nach dem Abitur habe ich mit formellen Ausbildungen abgeschlossen, wenn man von einer zweimonatigen Episode im Fachbereich Informatik der TU Darmstadt absieht. Während dieser Zeit begann ich als Aushilfe im technischen Support bei der Webagentur Domke – geplant eigentlich nur als kleiner Nebenjob, um mir das Studium zu finanzieren. Jenes ließ sich jedoch grauenvoll an, und so passte es perfekt, dass Peter Domke mich schon nach kurzer Zeit fest einstellen wollte – auch ohne Abschluss. Ich sagte zu. Etwas später durfte ich dort mein Vorbild Volker Kindermann als technischen Leiter beerben, der damals zu Innominate wechselte, inzwischen aber genau wie ich selbstständig ist (und raten Sie, bei wem seine Serverhardware steht).
Bei Domke habe ich übrigens auch Matthias Bender kennengelernt, der damals mein Kollege war. Als ich mich 2002 in die Selbstständigkeit begab, fing gerade Andreas Beintken als mein Nachfolger dort an, den ich dann schließlich 2005, kurz nachdem Domke von der Intergenia-Holding übernommen wurde, kurzerhand selbst eingestellt habe – genauso wie ein gutes halbes Jahr später dann auch Matthias.

… lebe ich mit meinem Partner seit vielen Jahren in Mainz. Immer noch ohne Hund.
Wenn ich nicht am Computer sitze, bin ich leidenschaftlicher TV-Serien-Gucker,
mache mir meinen Cappuccino daheim an einer vernünftigen Siebträgermaschine,
liebe Jazz und House, habe viele Jahre in einem Pop-Chor gesungen
und spiele Klavier. Und habe ein gut gefülltes Bücherregal, für dessen
zu intensive Nutzung (na, verstanden?) ich mich in der Regel immer
etwas schuldig fühle.
